Heute "Placebo-Drummer kocht, jongliert & macht Musik", Sep'13

by Katharina Häusler
04.09.2013


Placebo ist nach fast vier Jahren endlich wieder mit einer neuen Platte am Start. Doch sie haben nicht nur Party in dieser Zeit gemacht - eine Tour sowie kreative Phasen davor und danach wurden genützt, um das neue Album "Loud like Love" zu erschaffen. Dieses ist ab 13. September erhältlich. "Heute.at" hat vorab mit Drummer und Band-Nesthäkchen Steve Forrest gesprochen und erfahren, was den Künstler alles bewegt.



"Heute.at" traf Bandmitglied Steve Forrest im "The Ring"-Hotel. Er ist erst seit 2008 Teil der Band und mit gerade einmal 26 Jahren der Jüngste des Trios. Doch er ist auch definitiv der aufgeweckteste und unruhigste der Gruppe.

Das neue Album ist sein Herzstück, erzählt Steve Forrest im Interview mit "Heute.at". "Loud like Love", der Albumtitel - sowie ein Song - handelt von der Liebe, ist aber kein schnulziger 0815-Song, sondern bewegt. "Es soll einen berühren, Liebe ist wunderschön, laut - so, wie, wenn ein Baby auf die Welt kommt - in einem schreit alles vor Glück".

Sieht Familie kaum
Doch auch die aktuelle Single-Auskopplung "Too many friends" - das Lied handelt davon, dass die Technologie die menschliche Kommunikation ersetzt - ist aus dem Leben gegriffen. Da Steve seine Familie, Nichten und Neffen in Kalifornien verlassen musste und nun in London lebt, nützt er Handy und Facebook zwar oft, findet aber, dass der "menschliche Kontakt am Wichtigsten ist".

Vom Lied "Bosco", dem letzten der 12 Tracks der neuen Platte, bekommt er immer noch Gänsehaut, so schön findet er die Komposition. Generell ist das Album ehrlich und wahrhaftig - so, "wie das Leben ist, mal schön, mal schirch".

Fitnesscenter, kochen & jonglieren
Neben der Arbeit geht Steve Forrest auch zwei bis drei Mal ins Fitness-Center, um seinen tätowierten Body auf Vordermann zu bringen und seinen Kopf zu leeren. Wenn ihm fad ist jongliert er gerne mal - auch mit der Hoteleinrichtung - was er gleich vor Ort bewies.

"Ich habe es aber gerade erst gelernt", meinte der Künstler, als ihm die filigranen Holzbällchen aus den Händen fielen. Daheim in London kocht er gerne - "die Küche ist riesig, aber das war mir und meinen Mitbewohnern wichtig - und eine Anlage, kochen und Musik ist das Größte", so Steve.

"Fuck - bald bin ich 30 Jahre"
Auf seinen kommenden 27. Geburtstag am 25. September angesprochen, sagte Steve: "Fuck - yes - die Zeit vergeht so schnell - bald bin ich dreißig! Aber im Herzen bin ich immer noch sechzehn Jahre alt". Er hat aber in den letzten Jahren sehr viel von und mit seinen Bandmitgliedern gelernt. Musikalisch und persönlich. Doch an diesem einen Tag will er vor allem für sich sein, ohne viel Stress.

In Zukunft will er auch ein Soloprojekt machen, doch das dauert noch. Bis dahin kommt noch die Tour (Placebo sind am 21. November in Wien) und im Oktober will er nach Kalifornien, um seine Lieben wieder zu sehen.